Fernbeziehung und Wochenendbeziehung – Entstehung und Unterschied

Wochenende. Endlich Wochenende! Die meisten Menschen können das freudige Ereignis kaum noch erwarten. Schon zu Beginn der Woche freuen sie sich nur noch auf das Ende der Woche.
Gelangweilt und in Gedanken versunken sitzen sie Montagmorgen im Büro. Erinnern sich zurück an die rauschende Partynacht, die tolle Geburtstagsfeier, den herrlichen Restaurantbesuch oder den unheimlich aufregenden, spannenden Kinofilm.

Träumen davon nächstes Wochenende diese unvergesslichen Erlebnisse fortsetzen. Während der Chef mit grimmiger Miene vor einem steht und sie mit einer gehörigen Standpauke in die Realität zurückholt.
Das Wochenende scheint dann wieder so weit entfernt. Aber die Vorfreude auf das Wochenende ist nicht allein für die jung gebliebnen, ausgehfreudigen Szenegänger reserviert, die gerne mal mit ihren Freunden um die Häuser ziehen. Gerade Pärchen, die nur die Möglichkeit haben, sich am Wochenende zu sehen, sehnen sich den Freitag herbei wie niemand anderes.

Endlich Wochenendbeziehung…

Man hat sie oder auch ihn noch ganz nah bildlich vor Augen. Wie man mit ihm/ihr ausgelassen über den Rummelplatz spaziert ist, sich an ihn/sie an einem kalten Winterabend nach dem Schlittschuhlaufen angekuschelt hat oder wie man turtelnd leicht bekleidet im seichten Gewässer eines Spaßbades sich amüsiert hat. Die Intensität der kurzen gemeinsam verbrachten Zeitspanne ist ungeheuerlich. Sie lässt einen nicht mehr los. Man könnte meinen, das Wochenende mit der damit einhergehenden Beziehung wäre das Tollste was es gibt.

Aber was heißt eigentlich Wochenendbeziehung? Wie entsteht diese Beziehungsform? Und ist eine Wochenendbeziehung automatisch eine Fernbeziehung?

Definition der Wochenendbeziehung

Wie der Name schon verrät, ist es ausschließlich das Wochenende, dass dem Paar Gelegenheit bietet sich zu sehen. Unter der Woche bleibt der reale Kontakt den sich Liebenden in erster Linie aus beruflichen Gründen verwehrt.
Mithilfe der verschiedenen modernen Telekommunikationsmittel (angefangen vom einfachen Telefon, über Email, SMS; den Austausch über ein Profil bei einer Singlebörse, über die man sich evtl. kennen gelernt hat oder ein soziales Netzwerk [Facebook etc.] bishin zum [Video-] Chat [per Webcam] gelingt es den Partnern aber den Bezug in der „Trennungszeit“ aufrecht zu erhalten. (Social Media Marketing beschäftigt sich intensiv mit die Personen Vernetzungen)

Hält dieser Zustand über einen bestimmten, längeren Zeitraum an, so spricht man von einer Wochenendbeziehung.

Unterschied zur Fernbeziehung

Wer eine Wochenendbeziehung führt, muss aber noch lange nicht automatisch auch eine Fernbeziehung führen. Denn während man unter einer Fernbeziehung vor allem die räumliche Distanz versteht, steht bei der Wochenendbeziehung mehr der zeitliche Aspekt im Vordergrund.

Das Wiedersehen in einer Wochenendbeziehung ist also im Unterschied zur Fernbeziehung gleich bleibend geregelt. Man schließt sich jedes Wochenende in die Arme. Dabei kann der Wohnort des Partners auch gar nicht weit entfernt sein. Wenn beide Partner aufgrund ihrer beruflichen Umstände einfach nicht die Zeit haben, sich unter der Woche zu sehen, ändert es auch nichts daran, wenn der Partner praktisch vor der Haustür wohnt.

Entstehung einer Wochenendbeziehung

Mike befindet sich gerade für 2 Wochen im Kampfeinsatz in Afghanistan. Seine freiwillige Verpflichtung bei der Bundeswehr hat zur Folge, dass er ansonsten unter der Woche in einer Kaserne stationiert ist. Matthias geht es nicht viel besser. Er nutzt fast jede freie Sekunde um sich erfolgreich mit (s)einer Fahrschule selbstständig zu machen. Von betriebswirtschaftlichen Grundsatzfragen bishin zum praktischen Unterrichten der Schüler nimmt er alles selber in der Hand.

Er ist ja schon froh, dass er nicht wie Judith als Krankenschwester extrem gefordert wird und auch mal die Nächte durcharbeiten muss. Oder dass er wie Max als Sanitäter immer auf Abruf bereitstehen muss, selbst wenn er seine Zeit für seine Partnerin reserviert hat, Ob Mike, Max; Judith oder Matthias.

All ihre Partner konnten ja nicht wissen, wen sie da vor sich haben, als sie sie in der Disco, auf dem Musikfestival, oder in der Fußgängerzone beim Shopping kennengelernt haben. Noch steht es ja niemanden auf die Stirn geschrieben, welche zeitraubenden Beschäftigungen der andere ausgesetzt. Wenn der Charme, die tolle Ausstrahlung und die ersten Eindrücke einen verzaubert haben und dann der berühmt berüchtigte Funke übergesprungen ist, kann man seine Gefühle ohnehin schwer wieder abstellen.

Da werden aus Hindernissen wie der mangelnden Zeit füreinander die bestmöglichste Variante gewählt: Die Wochenendbeziehung. Eine zunehmende Rolle spielt dabei auch das Kennenlernen über das Internet. Soziale Netzwerke und Singlebörsen erlauben den Suchenden von vornherein abzuchecken, auf was sie sich einlassen.

So ist es für viele leichter zu entscheiden, ob die Bereitschaft für eine Wochenendbeziehung da ist. So oder so: Eine Wochenendbeziehung entsteht wenn man bereit ist, sich mit den beruflichen Umständen/den Hobbys des potentiellen Partners zu arrangieren. Dabei kann das Kennenlernen sowohl in der Realität bei Veranstaltungen; alltäglichen Begegnungen (Shoppen; in öffentlichen Verkehrsmitteln etc.) stattfinden als auch über das World Wide Web. Das Internet als Kontaktbörse hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen und ist somit für einen Großteil der Entstehung von Wochenendbeziehungen verantwortlich.

Auswüchse der Wochenendbeziehung

Die Entscheidung eine Wochenendbeziehung fällt vielen am Anfang nicht leicht. Wenn die Gefühle verrückt spielen und man am liebsten jeden Tag den anderen sehen will, ist es die reinste Qual, das nicht ausleben zu können.
Da kann man gar nicht verstehen, wie andere Paare, die sich bislang öfters als nur am Wochenende hatten, ihre Beziehung in eine Wochenendbeziehung umgewandelt haben. Dabei ist das in bestimmten Fällen durchaus sinnvoll. Wenn die Beziehung in einer schwierigen Phase steckt und das häufige Aufeinandertreffen mehr Streit, und Langeweile als Sehnsucht; Spaß und Liebe heraufbeschwört, ist besser die Beziehung vorläufig in eine Wochenendbeziehung umzuwandeln.

Bevor es voreilig zu einer Trennung kommt. Aus einer „normalen, intimeren“ Beziehung kann aber auch dann eine Wochenendbeziehung werden, wenn sich die beruflichen Umstände des Partners ändern (z.B. durch einen neuen Job). Eine Wochenendbeziehung muss also nicht zwangsläufig von anfang an bestehen.

In jedem Fall sollten Sie sich die Vorfreude auf das Wochenende nicht verderben lassen. Weder von Ihrem Chef noch von Ihrem Partner.

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