Intimrasur – Weg mit dem Pelz! Schamhaarentfernung richtig gemacht.

Intimrasur – Weg mit dem Pelz!

Intimrasur liegt voll im Trend. Eine teilweise oder komplette Rasur des intimen Bereichs wird immer beliebter und ist längst nicht nur mehr nur Frauensache: Auch immer mehr Männer können sich für Enthaaren begeistern. Für die Generation um die 20-Jährigen sind Intimrasuren völlig normal. Bei der Generation der über 40-Jährigen stellen sie allerdings noch immer eine Minderheit dar. Dabei gilt rasierte Haut allgemein als sexy und Frauen wirken dadurch weit femininer. Glatte, haarlose Haut ist nicht nur hygienischer und ästhetischer, sondern wird von manchen auch als überaus erotisch angesehen.

Kein neuer „Spleen“ – im Gegenteil!

Bereits im Altertum, im alten Ägypten und vor tausenden Jahren im Orient war es üblich, sich die Schambehaarung zu entfernen. Ein haarloser Körper gehörte nebst der Hygiene zum Schönheitsideal. Anfang des 18. Jahrhunderts – so auch am Hof unter Ludwig XV. – und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fand die Intimrasur vorwiegend in den gehobenen Gesellschaftsschichten Europas Zuspruch. Die aus dieser Zeit entstandenen Aktfotos legen davon Zeugnis ab. Anfang des 20. Jahrhunderts hielt die Intimrasur auch bei den deutschen Männern Einzug. Hier spielte anfangs der Hygiene-Gedanke im Laufe des 1. Weltkriegs die Hauptrolle.

Der Islam schreibt seinen Anhängern nach wie vor Körperpflege und Sauberkeit vor. Achsel- und Schamhaare müssen für weibliche wie auch männliche Muslime nach den strengen islamischen Reinlichkeitsregeln alle 40 Tage entfernt werden. Muslimische Frauen tun dies sogar häufiger, üblicherweise nach der Menstruation. Die Intimrasur ist in den islamischen Ländern, speziell im arabischen Raum, bis heute stark verbreitet.

So richtig in Mode kam die Schamhaarentfernung (intimrasur) in Europa allerdings erst ab den 1990-er Jahren. War die Haarentfernung damals vorerst auf die Bikinizone beschränkt, folgten später zurechtgetrimmte Dreiecke oder schmale Streifen (Landing Strip oder Irokese). Die totale Rasur (Brasilian Waxing oder Hollywood Style) erfreut sich erst seit jüngster Zeit immer größerer Beliebtheit und setzt sich mehr und mehr durch.

Möglichkeiten der Haarentfernung

Möglichkeiten der Haarentfernung gibt es viele, eine 100-prozentige Methode für das dauerhafte Wegbleiben der Härchen gibt es allerdings nicht. Eine Wachshaarentfernung sollte z.B. nur von Schmerzunempfindlichen selbst oder in Kosmetikinstituten durchgeführt werden. In großen Städten gibt es dafür bereits Genitalfrisöre und Waxingstudios. Das Ergebnis ist eine glatte Haut für relativ lange Zeit.

Experimentierfreudige verwenden gerne die arabische Methode der Haarentfernung mit Halawa – einem Haarentfernungsmittel aus karamellisiertem Zucker und Zitronensaft. Hier gleicht das Ergebnis dem der Wachshaarentfernung. Auf eine Haarentfernung mit einem Epiliergerät sollte man im intimen Bereich allerdings verzichten.

Nach einer Entfernung mittels milder Enthaarungscreme ist man bis zu 2 Wochen stoppelfrei. Jedoch sollte die Creme nicht auf die Schamlippen und Schleimhaut auftragen werden, da dies zu unangenehmen Reizungen führen kann. Der Haar-Nachwuchs verursacht bei dieser Methode auch nur wenig bis gar keinen Juckreiz. Eine kostspielige Maßnahme ist die der Laserbehandlung.

Die schnellste Methode ist wohl die Nassrasur. Diese gestaltet sich nur beim ersten Mal aufwendiger, schließlich muss erst der gesamte „Pelz“ entfernt werden. Die erstmalige Haarentfernung sollte allerdings nur schrittweise erfolgen, um sich selbst und vor allem auch die Haut daran zu gewöhnen. Je nach Wuchs erscheinen die ersten Härchen jedoch bereits nach 24 Stunden wieder.

Für die Intimrasur sollte man jedes Mal eine neue, scharfe Klinge verwenden. Rasierer mit Schwingkopf und mindestens einer Doppelklinge sind den anderen vorzuziehen.

Bei den meisten Rasierern sind die Klingen für Männer und Frauen baugleich, sie unterscheiden sich lediglich in der Farbe und dem Preis. Als Gleitmittel kann man übrigens anstatt Rasierschaum oder Duschgel etwas Haarspülung oder Olivenöl auf die Härchen auftragen und einreiben. Dadurch werden diese weicher, es ergibt ein viel glatteres Ergebnis und trocknet vor allem die Haut nicht aus. Die Benutzung eines Spiegels ist eventuell anzuraten. Der Einfachheit halber rasieren sich geübte Frauen gleich von oben (Achselhaar) bis unten (Beinhaar) durch. Wichtig ist, die Haut immer wieder zu spannen, um Schnittverletzungen zu umgehen.

Sofern man sich (noch) nicht zur gänzlichen Rasur durchringen kann, können die Härchen zumindest appetitlich getrimmt und auf alle Fälle in der Bikinizone komplett entfernt werden.

Männer, welche sich für eine Intim(teil)rasur begeistern, sollten besondere Vorsicht im Bereich der Hoden walten lassen. Eine Enthaarungscreme ist hier dem Rasierer wohl besser vorzuziehen. Wobei die Creme keinesfalls mit der Eichel in Berührung kommen sollte, um Reizungen zu vermeiden. Ein kompletter Kahlschlag muss beim Mann allerdings gar nicht immer sein: Schon mit einem Barttrimmer oder der Schere gekürztes Schamhaar stellt eine gepflegte Erscheinung dar. Nachwachsende Stoppeln und Juckreiz entgeht man(n) so auch. Der richtige Übergang von der Haarfreizone zur restlichen Körperbehaarung sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden.

Pflege und Behandlung danach

Egal, für welche Methode der Haarentfernung (oder Intimrasur) man sich entscheidet: Der beste Zeitpunkt dafür ist vor dem Zubettgehen und nach dem Baden oder Duschen, denn Wärme öffnet die Poren. Das vom Nachwachsen verursachte Pieksen lässt sich leider nicht gänzlich vermeiden. Gerne gesellen sich zudem nach 1 – 2 Tagen Pickel und Entzündungen dazu. Eine desinfizierende Heil- und Wundsalbe – nach der Rasur dünn aufgetragen – beugt Hautirritationen vor und schützt so vor Reizungen. Auf einen Slip und enganliegende Kleidungsstücke sollte man gleich nach der Haarentfernung und in den Stunden danach verzichten. Am darauffolgenden Morgen beruhigt Babypuder oder Babyöl die gereizte Haut. Cremen und Lotionen – außer der erwähnten Heilsalbe – würden die Poren verstopfen. Bei regelmäßiger Rasur jedoch gewöhnt sich die Haut immer mehr daran.

Bereicherung des Liebeslebens durch Intimrasur

Man kann sich übrigens auch vom Partner rasieren lassen, was allerdings eine große Portion an Grundvertrauen voraussetzt, ist es doch ein gefährliches Unterfangen in einem äußerst sensiblen Bereich. Eine Intimrasur kann als Vorspiel zum Liebesakt dienen und stellt durchaus eine angenehme, erotische Begleiterscheinung dar. Auch das Gefühl beim oralen Geschlechtsverkehr wird bei rasierten Partnern als weit angenehmer empfunden. Endlich kein lästiges Härchen mehr, welches am Gaumen klebt und nur schwer einen Würgereiz unterdrücken lässt.

Es gibt jedoch auch Frauen (und Männer), die sich im dichten Urwald wohler fühlen und sich so als Jane von ihrem Tarzan erobern lassen. Es ist einzig und alleine eine Entscheidung des persönlichen Geschmackes und der persönlichen sexuellen Vorlieben. Daher sollte man auch niemals versuchen, es dem anderen gegen seinen Willen aufzudrängen. Eine „haarige“ Sache ist das Thema allemal, jedoch ist es eine Geschmackssache, bei der man auf alle Fälle selbst davon überzeugt sein sollte. Aber wie sagte der britische Autor Alan Ayckbourn (*1939): Das Schlimmste im Leben sind die Versuchungen, denen man nicht erlegen ist…

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